Das elterliche Sorgerecht für eheliche Kinder

Werden während der Ehe Kinder geboren, besteht ein gemeinsames elterliches Sorgerecht für diese Kinder. Wenn es zu einer Trennung oder zur Scheidung der Eheleute kommt, muss geklärt werden, wie das Sorgerecht weiter ausgeübt werden soll.

Früher war es so, dass im Fall der Scheidung meist das Sorgerecht für die minderjährigen ehelichen Kinder auf einen Ehegatten, meistens die Mutter, übertragen wurde.

Heute ist es überwiegend so, dass es auch im Fall einer Trennung und Scheidung der Eheleute beim gemeinsamen Sorgerecht der Eltern bleibt. Sie sollten dann zuerst regeln, bei wem die Kinder zukünftig leben werden.

Manchmal ist es aber aus verschiedenen Gründen nicht möglich, das elterliche Sorgerecht gemeinsam auszuüben. Hier gibt es nach wie vor die Möglichkeit, beim zuständigen Familiengericht einen Antrag auf Übertragung des elterlichen Sorgerechts auf einen der Ehegatten zu stellen.

Das kann sowohl im Rahmen des Scheidungsverfahrens, als auch in einem separaten Verfahren erfolgen.

Das Familiengericht prüft dann, ob eine Übertragung des Sorgerechts oder von Teilen davon im jeweiligen Fall erforderlich ist. Das entscheidende Kriterium, nach dem eine Sorgerechtsänderung geprüft wird, ist dabei die Frage, ob die Änderung des Sorgerechts dem Kindeswohl entspricht. Was dem Kindeswohl am besten entspricht, kann man im konkreten Fall jeweils häufig auch durchaus unterschiedlich sehen. Das Familiengericht ist verpflichtet, Ermittlungen anzustellen, um den Sachverhalt richtig feststellen zu können.

Es finden Anhörungstermine statt, zu denen die Eltern oder falls erforderlich auch andere Familienangehörige die ihnen bekannten Tatsachen und ihren Standpunkt zur Sache darlegen können.

Wenn der Sachverhalt im notwendigen Umfang aufgeklärt ist, kann das Verfahren durch eine Elternvereinbarung abgeschlossen werden, sofern zwischen den Eltern Einigkeit über die zu klärenden Probleme herbeigeführt werden kann.

Falls das nicht möglich ist, entscheidet das Familiengericht durch Beschluss.

Wenn ein Verfahrensbeteiligter die Entscheidung des Familiengerichts nicht akzeptieren kann, besteht meist die Möglichkeit, Beschwerde gegen den erlassenen Beschluss einzulegen. In diesem Falle überprüft das zuständige Oberlandesgericht, ob das Familiengericht bei seiner Entscheidung Rechtsfehler begangen hat oder nicht.

Unsere Kanzlei hat in den vergangenen Jahren zahlreiche Sorgerechtsverfahren durchgeführt und dadurch die nötige Erfahrung und Kenntnisse auf diesem Rechtsgebiet erworben.

Gern können wir in einem persönlichen Gespräch alle weiteren Fragen klären.