Umgangsrecht für minderjährige Kinder

Ein Elternteil, der nicht zusammen mit seinem Kind in einem Haushalt lebt, hat grundsätzlich ein Recht und auch eine Pflicht zum Umgang mit seinem Kind.

Bei der Realisierung dieses Umgangsrechts treten in der Praxis jedoch häufig Probleme auf. Manch ein Elternteil, in dessen Haushalt das minderjährige Kind lebt, meint, dem anderen Elternteil sein Umgangsrecht aus den verschiedensten Gründen verweigern zu können. Hierzu ist zu sagen, dass ein grundsätzlicher Ausschluss des Umgangsrechts mit einem Elternteil nur dann in Betracht kommen kann, wenn hierfür triftige Gründe vorliegen. Ob solche triftigen Gründe vorliegen, muss dann jeweils im Einzelfall geprüft werden. Häufig gibt es auch Streit über die Details bei der Ausübung des Umgangsrechts, wie z. B. die Häufigkeit des Umgangs oder auch die konkreten Zeiten, zu denen das Umgangsrecht ausgeübt werden kann und soll.

Dabei haben die Eltern ein Recht auf Umgang mit ihrem minderjährigen Kind, unabhängig davon, ob es ein eheliches oder ein nichteheliches Kind ist.

Sofern es den Eltern des minderjährigen Kindes nicht gelingt, sich eigenverantwortlich über die Ausübung des Umgangsrechts zu verständigen, kann das Familiengericht des zuständigen Amtsgerichts zur Entscheidung über die Ausübung des Umgangsrechts angerufen werden. Geregelt wird üblicherweise die Ausübung des Umgangsrechts mit dem minderjährigen Kind für den Alltag, für die gesetzlichen Feiertage und für die Ferien. Das Familiengericht bemüht sich in solchen Fällen zunächst darum, den Eltern beim Abschluss einer eigenverantwortlichen Elternvereinbarung behilflich zu sein. Sofern das Verfahren nicht auf diese Weise zum Abschluss gebracht werden kann, wird das Gericht durch Beschluss entscheiden.

In diesen Fällen ist es möglich, Beschwerde gegen den Beschluss des Amtsgerichts einzulegen, sofern ein Elternteil den Beschluss des Amtsgerichts nicht akzeptieren kann. Das Oberlandesgericht überprüft dann die vom Amtsgericht erlassene Entscheidung auf Rechtsfehler.

Ein Umgangsrecht mit einem minderjährigen Kind steht allerdings auch den Großeltern und Geschwistern zu. Es ist im Gesetz ausdrücklich geregelt worden, dass sie ihr Umgangsrecht nun ebenfalls gerichtlich geltend machen können.

Streitigkeiten zwischen den Eltern eines minderjährigen Kindes führen häufig dazu, dass auch den Großeltern ihr Umgangsrecht mit dem Enkelkind verwehrt wird. Die Großeltern haben deshalb jetzt die Möglichkeit, ihr Umgangsrecht mit dem Enkelkind gerichtlich geltend zu machen.

Das Gericht prüft in jedem Fall, ob der beantragte Umgang dem Kindeswohl entspricht.

Es ist bei der Geltendmachung des Umgangsrechts empfehlenswert, sich anwaltlicher Hilfe zu bedienen, damit der Umgangswunsch auch erfolgreich durchgesetzt werden kann. Unsere Kanzlei hat in den letzten Jahren zahlreiche Umgangsrechtsverfahren durchgeführt und kann somit auf die entsprechende Erfahrung zurückgreifen.



Eingestellt am 29.12.2011 von Hans-Jürgen Heller
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